Wie so häufig, wurden die Interessenkonflikte innerhalb der Organisation
auch in der IndyCar-
Serie immer größer, sobald sich der weltweite Erfolg einstellt.
Obwohl die IndyCar-Serie nie
den Status einer Weltmeisterschaft hatte, und auch nie wollte, ist
diese amerikanische Serie, die
ursprünglich als Konkurrenz zur europäischen Formel 1 entstand
und lange Jahre nur in den USA
und dort auch nur auf den "klassischen" Ovalen fuhr, in den letzten
Jahren immer erfolgreicher
geworden und trug im Laufe der Zeit immer mehr Rennen, nicht nur auf
Ovalen, und auch in
immer mehr Ländern (Kanada, Australien, Brasilien, Japan, demnächst
eventuell auch in Mexiko
und auch eventuell auf dem neu zu bauenden Oval auf dem Lausitzring
in Deutschland) aus.
Der Besitzer der Rennstrecke von Indianapolis, Tony George, war in der
in den letzten Jahren
betriebenen Spaltung der IndyCar-Serie die treibende Kraft. Tony George
wollte die IndyCar-
Serie wieder "back to the roots" führen, das heisst, es sollten
nur noch, wie zu Beginn der
IndyCars, nur Rennen mit amerikanischen Rennwagen, mit amerikanischen Motoren
und mög-
lichst nur amerikanischen Fahrern, durchgeführt werden. Um diesen
Wunsch in die Realität
umzusetzen, und damit auch quasi seinen Einfluß auf "seine" Rennserie
zu bekommen, gründete
Tony George die "Piratenserie" IRL (Indy Racing League) und verbot der
CART (Team-
Organisation, ausgesprochen Championship Auto Racing Teams), auf "seiner"
Strecke zu fahren.
Doch der Putsch mißlang : Die Topteams und Fahrer blieben bei
der CART und nur damals
zweit- und drittklassige Teams liefen zur IRL über. Stattdessen
trat die CART sogar zum Gegen-
angriff an, und veranstaltete am tradionellen Indy-Wochenende (24.
- 26. Mai 1996) das Kon-
kurrenzrennen US 500 . So kam, was
kaum jemand glauen wollte : Bei den Indy 500 duellierten
sich die zweit- und drittklassigen Fahrer, während am selben Tag
die besten US-Piloten in Michigan
um die Wette fuhren.
Auch die technischen Wege der CART und der IRL trennten sich : Während
die CART dem
bisherigen Reglement mit 2,65-Litern Hubraum und Turbomotoren treu
blieb, wechselte die IRL
ab 1997 zu 4-Litern-Saugmotoren von Oldsmobile und Nissan, sowie speziellen
IRL-Chassis, die
nun von Dallara und G-Force gebaut werden.
Zurück zur Startseite : Zurück